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Das Jahr 2020 markiert zwei wichtige Jubiläen. Es sind 75 Jahre seit der Gründung der Vereinten Nationen (UN) durch die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs und 50 Jahre seit der Gründung des Weltwirtschaftsforums (WEF) durch Professor Klaus Schwab vergangen.

 

Man könnte sagen, dass dies zwei sehr unterschiedliche Jahrestage sind, die sich auf zwei sehr unterschiedliche Einrichtungen beziehen. Die UN ist eine öffentliche Organisation, die die Regierungen aller Länder unseres Planeten vereint, die gemeinsam über ihre Aktivitäten für Entwicklung, Sicherheit und Menschenrechte entscheiden und sich an den Kosten beteiligen (aber nicht immer ihre Beiträge vollständig oder pünktlich bezahlen). Ihr Jubiläum markiert 75 Jahre Frieden, oder besser gesagt ohne einen weiteren Weltkrieg für die Menschheit.

 

Das WEF ist eine gemeinnützige Stiftung, in der sich die führenden Unternehmen der Welt zusammengeschlossen haben, die es mit großzügigen Mitgliedsbeiträgen finanzieren. In Erfüllung seiner Rolle als "Internationale Organisation für öffentlich-private Zusammenarbeit" lädt das WEF auch wichtige politische Führer ein, die in der Regel positiv auf die Möglichkeit reagieren, in den Schweizer Bergort Davos zu fahren und sich unter die Superreichen zu mischen. Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Akademiker und Prominente vervollständigen die Mischung.

 

Trotz der Unterschiede könnte man das Jahrestreffen des WEF Ende Januar 2019 in Davos mit dem jährlichen hochrangigen Treffen der UN-Generalversammlung Ende September in New York vergleichen. Beiden gehen Übersichtsberichte voraus, die von den jeweiligen CEOs präsentiert werden.

 

Die vierte industrielle Revolution, die in Davos im Mittelpunkt stand - mit künstlicher Intelligenz, Big Data und der Nutzung des Cyberspace mit ihren Auswirkungen auf Länder, Unternehmen und Individuen - fühlte sich sicherlich relevanter an, vor allem für die Jugend, als steife diplomatische Reden von Staats- oder Regierungschefs oder Außenministern, die sich an ihre theoretischen Gleichen (souveräne Gleichheit der Staaten) im UN-Kontext wenden.

 

Möglicherweise hatten die Technokraten die Nase gestrichen voll, alles sollte schneller gehen, als in den langen Sitzungen und Reden der Politiker. Um die Ziele der Agenda 2030, aber nicht nur diese zu erreichen, haben die Vereinten Nationen und die weltgrößte Lobbyorganisation, das WEF am 13. Juni 2019 eine weitreichende Partnerschaft abgeschlossen. Die Gesellschaft würde dagegen sicherlich Sturm laufen, wenn sie denn davon wüsste. Denn im Grunde genommen hat sich die Wirtschaft gegenüber der Politik durchgesetzt und damit auch die UN als globale Garantin der Menschenrechte vereinnahmt. Man könnte auch sagen die UN hat die Seelen der Nationen verkauft.

 

Die UN wird nun weiter ausgehöhlt, weil den Konzernen direkten Einfluss auf viele relevante Gremien und Programme gewährt wird und das alles hinter verschlossenen Türen und quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Faktisch ist es auch so, dass die Mainstream Medien den Inhalt und die tatsächlichen Konsequenzen dieser neuen Partnerschaft nicht analysierten.

 

Das COVID-19 in einem direkten Bezug zum sogenannten „The Great Reset“ steht, lässt sich u.a. einer virtuellen Animation entnehmen, die öffentlich auf der Webseite des WEF zu finden ist. So steht der Begriff einmal im Zusammenhang mit: „COVID-19 Jahreszeit und Wetter“, was aber wichtiger ist, zudem in der Verbindung mit „Reaktion der öffentlichen Gesundheit und Auswirkungen auf das Gesundheitswesen“.

 

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Doch um den gesamten Zusammenhang weitestgehend zu verstehen, soweit das bei der Gesamtkomplexität überhaupt möglich ist, macht es durch aus Sinn, zunächst einen Blick auf die Vereinbarung zwischen der UN und dem WEF zu werfen, die nachfolgend zu lesen ist. Morgen werden unter dieser Rubrik weitere Kapitel aufgeschlagen. Insbesondere wird hier das WEF genauer unter die Lupe genommen. Erst wenn diese beiden Themen verinnerlicht sind, kann auf Themen wie „The Great Reset“, die Agenda 2030 und die damit verknüpften mittel und langfristigen Ziele eingegangen werden. Insbesondere aber auch darauf, welche Folgen das alles für unsere Gesellschaft und Weltgemeinschaft hat. Eines lässt sich allerdings vorab schon sagen. Es kann nicht im Interesse des WEF und somit auch nicht mehr der UN sein, dass wir zu dem zurückkehren, was bis vor knapp einem Jahr als normal galt. Das alte „Normal“ wird es nie mehr geben, soviel sollte jedem klar sein. Und das nicht, weil es nicht möglich wäre, sondern weil es nicht gewollt ist. Nachfolgend die Schlüsselpunkte der Vereinbarung zwischen der UN und dem WEF. Die komplette Vereinbarung kann unter dem Link am Ende des Dokuments eingesehen werden.

 

Das Strategic Partnership Framework wird sich auf die folgenden Bereiche konzentrieren:

 

Finanzierung der Agenda 2030 - Mobilisierung von Systemen und Beschleunigung von Finanzströmen in Richtung der Agenda 2030 und der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung, wobei Lösungen zur Steigerung langfristiger SDG-Investitionen vorangetrieben werden. (Anm., SDG steht für „Sustainable Development Goals“ – „Nachhaltige Entwicklungsziele“)

 

Klimawandel - Erreichen klarer, messbarer und öffentlicher Verpflichtungen des Privatsektors, um Kohlenstoffneutralität bis 2050 zu erreichen, Unterstützung bei der Schaffung öffentlich-privater Plattformen in kritischen, hochemittierenden Sektoren und Ausbau der Dienstleistungen, die zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels erforderlich sind.

 

Gesundheit - Unterstützung der Länder bei der Erreichung einer guten Gesundheit und eines guten Wohlbefindens für alle im Rahmen der Agenda 2030, wobei der Schwerpunkt auf den wichtigsten neu auftretenden globalen Gesundheitsbedrohungen liegt, die eine stärkere Partnerschaft und ein stärkeres Handeln der verschiedenen Interessengruppen erfordern. (Anm. dies wurde bereits 2019 vereinbart, was heute unabdingbar scheint. Wobei das Wort „Interessengruppen“ alles und nichts bedeuten kann.)

 

Digitale Zusammenarbeit - Den Anforderungen der vierten industriellen Revolution gerecht werden und gleichzeitig versuchen, globale Analysen, Dialoge und Standards für digitale Verwaltung und digitale Inklusion voranzutreiben. (Anm., dieses gesamte Thema lässt sich ohne 5G nicht verwirklichen, weshalb es auch massiv vorangetrieben wird)

 

Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frau - Förderung von Multi-Stakeholder-Partnerschaften und -Koalitionen für die volle Teilhabe und Chancengleichheit von Frauen auf allen Entscheidungsebenen und für die produktive Teilhabe von Frauen an der Erwerbsbevölkerung sowie Förderung des gleichen Entgelts für gleichwertige Arbeit über Sektoren und Berufe hinweg und auch innerhalb dieser.

 

Bildung und Qualifikationen - Förderung von öffentlich-privaten Partnerschaften, um die globale Umschulung und das lebenslange Lernen für die künftigen Anforderungen der Arbeitswelt anzugehen und die Jugend mit Kompetenzen für das Leben und eine menschenwürdige Arbeit auszustatten.

 

Die Führung der Vereinten Nationen wird sich an den verschiedenen Plattformen des Weltwirtschaftsforums beteiligen und diese nutzen, um die Wirkung in den oben genannten Bereichen zu fördern. Beide Institutionen werden die Partnerschaft jährlich überprüfen, um die Zusammenarbeit weiter zu straffen, eine Bilanz der Ergebnisse zu ziehen und zusätzliche Bereiche zu identifizieren, in die gemeinsam investiert werden soll.

 

Weiter lesen im Teil 2

 

Die komplette Vereinbarung kann hier eingesehen werden.

https://weforum.box.com/s/rdlgipawkjxi2vdaidw8npbtyach2qbt

 

Die Animation zum „The Great Reset“ ist hier einsehbar.
https://intelligence.weforum.org/topics/a1G0X000006O6EHUA0?tab=publications