Veröffentlicht: 12.02.2021

Die japanische Regierung hat einen Kabinettsminister mit der Aufgabe betraut, sich um die zunehmende soziale Isolation in der Bevölkerung zu kümmern, die mit einem Anstieg der Selbstmorde in Verbindung gebracht wird. Premierminister Yoshihide Suga kündigte am Freitag an, dass Tetsushi Sakamoto die Bemühungen beaufsichtigen wird, das Problem der Einsamkeit und Isolation anzugehen. Sakamoto arbeitet bereits an der Wiederbelebung von Regionen und der Umkehrung der sinkenden Geburtenrate des Landes.

 

"Frauen leiden mehr unter Isolation [als Männer], und die Zahl der Selbstmorde ist im Steigen begriffen. Ich hoffe, Sie werden die Probleme identifizieren und politische Maßnahmen umfassend fördern", sagte Suga zu Sakamoto während eines Treffens, bei dem er die neuen Aufgaben des zuständigen Ministers umriss.

 

Sakamoto sagte der Presse, dass er die Position nutzen wolle, um "soziale Einsamkeit und Isolation zu verhindern und die Bindungen zwischen den Menschen zu schützen." Er wies darauf hin, dass die Pandemie "die Möglichkeiten, mit Menschen in Kontakt zu treten, reduziert" habe, was zu einem ernsten gesellschaftlichen Problem führe.

 

Der Minister wird sich mit mehreren Behörden abstimmen, die sich mit Themen wie Suizidprävention, Altenpflege und Kinderarmut befassen, um eine umfassende Strategie zu entwickeln, um das Problem anzugehen. Für Ende des Monats ist ein Forum geplant, um von Experten zu erfahren, welche Schritte unternommen werden können, um denjenigen zu helfen, die unter Isolation und Einsamkeit leiden.

 

Die Zahl der Selbstmorde in Japan war in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen, doch im vergangenen Jahr gab es einen starken Anstieg der Zahl der Menschen, die sich das Leben nahmen. Nach vorläufigen Angaben des Gesundheitsministeriums starben im Jahr 2020 mindesten 20.919 Menschen durch Selbstmord, was einem Anstieg von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Japan verzeichnete im gleichen Zeitraum 3.459 Coronavirus-bedingte Todesfälle. Dem gegenüber stehen nun mindestens 746 neue Suizidfälle, möglicherweise sogar mehr, da die Zahlen in den vergangenen Jahren stets abgenommen hatten.

 

Quelle:

https://www.rt.com/news/515343-japan-minister-loneliness-covid-crisis/