Veröffentlicht: 24.04.2021

Das offenbart eine Zwölf-Monats-Bilanz der Arbeitsunfähigkeitsdaten von AOK-Mitgliedern zwischen März 2020 und Februar 2021, die durch eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) erstellt wurde. Von den 14,1 Millionen AOK-versicherten Erwerbstätigen wurden im Zeitraum zwischen März 2020 bis Februar 2021 insgesamt 362.627 Beschäftigte von einem Arzt im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose krankgeschrieben.

 

Wobei nur bei 59,8 Prozent der gesicherte Nachweis der Infektion auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dokumentiert (ICD-10 GM: U07.1!) wurde. Die übrigen Fälle wurden nicht durch einen Labortest nachgewiesen, sondern aufgrund eines klinischen Kriteriums (zum Beispiel typische Symptome für Covid-19) und eines epidemiologischen Kriteriums (zum Beispiel enger Kontakt zu einer Person mit bestätigter Infektion) als Verdachtsfall dokumentiert (ICD-10 GM: U07.2!).

 

Das bedeutet, dass 40,2 Prozent aller COVID-19 Fälle auf Verdacht eines klinischen Kriteriums oder dem Kontakt zu einer bestätigten Person unter Quarantäne gestellt wurden. Bezogen auf die erfassten 3.268.645 (Stand: 24.04.2021) positive Gemeldeten in Deutschland, ergeben sich daraus bei einem durchschnittlichen Haushalt von zwei Personen geschätzte 2.627.991 Menschen, die ohne den Beweis einer tatsächlichen Infektion und der damit verbundenen Möglichkeit der Infektion einer anderen Person unter Hausarrest gestellt wurden. Davon betroffen sind ebenfalls statistisch 367.285 Kinder (41,5 Mio. Haushalte, davon 11,6 Mio. mit Kindern entspricht einem Faktor von 27,95 % aller Haushalte, Angaben: Statistisches Bundesamt).

 

8 % (17.115) mit einem gesicherten Nachweis (ICD-10 GM: U07.1!) mussten im Krankenhaus behandelt werden. Davon verstarben 2,6 % (445). Bezogen auf alle erfassten 362.627 AOK-Fälle beträgt die tatsächliche Sterberate somit 0,12 %. Damit liegt sie sogar noch unter dem Wert, die von dem renommierten Wissenschaftler John P A Ioannidis in seiner Studie ausgerechnet und von der WHO veröffentlicht wurde. Dort heißt es: „Könnte man an allen Orten der Welt gleichermaßen Stichproben nehmen, wäre die mittlere Infektionssterblichkeitsrate sogar deutlich niedriger als die in meiner Analyse beobachteten 0,23 %.“

 

Quellen:

AOK Studie

https://www.monitor-versorgungsforschung.de/news/ein-jahr-covid-19-bedingte-fehlzeiten-am-arbeitsplatz-jeder-zwoelfte-betroffene-beschaeftigte-musste-stationaer-behandelt-werden

 

Studie John P A Ioannidis

https://www.who.int/bulletin/online_first/BLT.20.265892.pdf

 

Statistisches Bundesamt

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Haushalte-Familien/_inhalt.html